Leitfaden

KI in der Zahnarztpraxis: 7 Anwendungen und wie Sie sicher starten

Stand: September 2026

Es gibt mittlerweile mehrere Anbieter im deutschsprachigen Raum, die KI-Werkzeuge gezielt für Arzt- und Zahnarztpraxen verkaufen: Telefonassistenten, Diktiersoftware, Recall-Systeme, Werkzeuge für Google-Bewertungen. Für eine Praxis, die noch nichts davon im Einsatz hat, ist die Frage weniger, ob KI (Künstliche Intelligenz, Software, die Sprache, Text oder Bilder auswertet und darauf reagiert) überhaupt eine Option ist. Die eigentliche Frage ist, womit man anfängt, ohne sich datenschutzrechtlich in eine unangenehme Lage zu bringen.

Dieser Leitfaden stellt sieben Anwendungen vor, mit denen eine Schweizer Zahnarztpraxis heute realistisch starten kann. Zu jeder Anwendung finden Sie: was sie macht, ein Beispiel aus dem Praxisalltag, reale Werkzeuge, die direkt auf der Website des jeweiligen Anbieters geprüft wurden, was beim Datenschutz zu beachten ist, und einen ersten Schritt für diese Woche.

Was dieser Leitfaden nicht ist: eine Rangliste der besten Anbieter, eine Empfehlung für ein bestimmtes Produkt oder eine Rechtsberatung. Die Wahl des passenden Werkzeugs und die rechtliche Prüfung im Einzelfall bleiben Aufgabe der Praxis, allenfalls zusammen mit einer Fachperson für Datenschutz oder Gesundheitsrecht.

Kostenloser KI-Check: acht kurze Fragen zu Ihrer Praxis, danach drei KI-Hebel mit einem ersten Schritt für diese Woche.

1. Telefon- und Online-Terminanfragen ausserhalb der Öffnungszeiten

Was es macht

Ein KI-Telefon- oder Chat-Assistent (ein Computerprogramm, das Anrufe oder Website-Nachrichten automatisch entgegennimmt und in normaler Sprache antwortet) übernimmt Anfragen, wenn die Praxis geschlossen ist. Je nach Anbieter bucht er einen Termin direkt im Praxiskalender, leitet dringende Anliegen weiter und hinterlässt dem Team eine Zusammenfassung für den nächsten Morgen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Stellen Sie sich vor, ein Patient möchte am Sonntagabend einen Termin für die kommende Woche verschieben. Normalerweise müsste er bis Montagmorgen warten, bis jemand ans Telefon geht. Mit einem KI-Assistenten wird der neue Termin sofort im Kalender eingetragen, der Patient erhält eine Bestätigung, und das Team sieht die Änderung, sobald die Praxis am Montag öffnet.

Beispiel-Tools

BHOMY (bhomy.ai): KI-Telefonassistent, der laut Anbieter Anrufe rund um die Uhr entgegennimmt, Termine bucht und an Praxisverwaltungssysteme wie Vitomed oder Aeskulap anbindet. Zahnarztpraxen werden auf der Website ausdrücklich als Zielgruppe genannt. Für den Standort Zürich bietet der Anbieter laut eigener Angabe eine Hosting-Option in der Schweiz an (Rechenzentrum Zürich), als Alternative zu EU-Hosting in Frankfurt oder Paris.

Datenschutz

Schon eine einfache Terminanfrage kann eine Gesundheitsangabe enthalten, zum Beispiel "mir tut der Zahn weh". Das zählt zu den besonders schützenswerten Personendaten (eine Kategorie von Personendaten mit strengeren Schutzpflichten nach Schweizer Datenschutzrecht, siehe Abschnitt "Der rechtliche Rahmen" weiter unten). Klären Sie vor dem Einsatz, wo der Anbieter die Gespräche speichert und ob ein Auftragsbearbeitungsvertrag besteht (ein Vertrag, der regelt, wie ein externer Dienstleister mit den Daten Ihrer Praxis umgehen darf).

So starten Sie

Fragen Sie diese Woche zwei Anbieter nach einer Demo und einer klaren Antwort auf die Frage, wo die Aufzeichnungen gespeichert werden.

2. Recall- und Erinnerungsnachrichten

Was es macht

Software erkennt im Praxisverwaltungssystem, welche Patientinnen und Patienten eine Kontrolle oder Prophylaxe fällig haben, und verschickt automatisch eine Erinnerung per SMS, WhatsApp oder E-Mail. Patienten können den Termin oft mit einem Klick bestätigen oder verschieben.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine Patientin, deren letzte Kontrolle sechs Monate zurückliegt, bekommt am fälligen Datum automatisch eine Nachricht mit einem Terminvorschlag, ohne dass jemand aus dem Team vorher die Kartei durchgehen musste.

Beispiel-Tools

Roger (goroger.com): liest laut Anbieter fällige Kontroll- und Vorsorgetermine direkt aus dem Praxisverwaltungssystem aus und verschickt Erinnerungen per WhatsApp, SMS oder E-Mail unter dem Namen und Logo der Praxis. Die Daten werden laut eigener Angabe in Deutschland gehostet.

Datenschutz

Eine Erinnerungsnachricht verrät schon durch ihre Existenz, dass jemand Patientin oder Patient der Praxis ist, und je nach Text auch, welche Art von Behandlung ansteht. Wählen Sie einen Versandkanal, dem die Patientin oder der Patient vorher ausdrücklich zugestimmt hat, und einen Anbieter, der die Verarbeitung im Ausland offenlegt.

So starten Sie

Prüfen Sie diese Woche, ob Ihr bestehendes Praxisverwaltungssystem bereits ein eigenes Recall-Modul mitbringt, bevor Sie eine zusätzliche, separate Lösung evaluieren.

3. Patienteninformation in einfacher Sprache und Übersetzung

Was es macht

KI-Werkzeuge übersetzen ein Aufklärungsblatt in eine andere Sprache oder formulieren einen fachlich geschriebenen Text in einfachere, patientenverständliche Sprache um. Das Praxisteam behält die inhaltliche Kontrolle und liest das Ergebnis vor der Weitergabe gegen.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Ein Merkblatt zur Nachsorge nach einer Zahnextraktion ist in dichtem Fachdeutsch geschrieben. Mit einem Sprachwerkzeug entsteht daraus eine kürzere Version in einfachen Sätzen, die anschliessend bei Bedarf auch auf Englisch oder in einer anderen Sprache vorliegt.

Beispiel-Tools

Capito (capito.eu): vereinfacht Texte laut Anbieter auf drei Sprachstufen, übersetzt sie und fasst sie zusammen. Unternehmenssitz laut eigener Website in Graz, Österreich.

DeepL Pro (deepl.com/de/pro): übersetzt Text und Dokumente in zahlreiche Sprachen. Laut Anbieter werden Kundendaten nicht für das Training der eigenen Modelle verwendet, die Prozesse sind nach ISO 27001 und SOC 2 Typ II zertifiziert.

Datenschutz

Ein allgemeines, anonymes Merkblatt ist unproblematisch. Sobald sich ein Text auf eine bestimmte Person bezieht, etwa ein individueller Behandlungsplan mit Namen, wird daraus ein Gesundheitsdatum im Sinne des Datenschutzgesetzes, das entsprechend vorsichtig zu behandeln ist.

So starten Sie

Nehmen Sie diese Woche ein einziges, bereits anonymes Merkblatt und lassen Sie es probeweise vereinfachen oder übersetzen, bevor Sie ein Werkzeug im grösseren Stil einsetzen.

4. Dokumentation per Diktat

Was es macht

Statt Befunde und Behandlungsschritte von Hand in die Patientenkartei zu tippen, spricht die Zahnärztin oder der Zahnarzt sie, und eine Spracherkennungssoftware (ein Programm, das gesprochene Sprache in geschriebenen Text umwandelt) trägt den Text direkt in die Praxissoftware ein.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Nach einer Füllung diktiert die Behandlerin kurz die durchgeführten Schritte, während die Patientin noch im Behandlungsstuhl sitzt, statt die Notizen erst am Ende des Tages aus dem Gedächtnis nachzutragen.

Beispiel-Tools

Dragon Medical One (Microsoft, vormals Nuance; microsoft.com/de-ch): cloudbasierte, sprachgesteuerte medizinische Dokumentation, für die Schweiz auf der eigenen ".ch"-Seite auf Deutsch angeboten. Die Website richtet sich in erster Linie an Ärztinnen und Ärzte allgemein, nicht speziell an Zahnärzte.

Doctos (doctos.de): wandelt laut Anbieter gesprochene Sprache in strukturierte zahnärztliche Dokumentation um und ordnet Behandlungsinhalte automatisch den passenden Abrechnungspositionen zu. Das Angebot richtet sich laut eigener Website aktuell an den deutschen Markt (Abrechnung nach BEMA und GOZ), die Daten werden laut Anbieter ausschliesslich auf Servern in Deutschland gespeichert. Für den Einsatz in der Schweiz müsste vorab geklärt werden, ob und wie der Anbieter Schweizer Praxen überhaupt bedient.

Datenschutz

Diktierte Befunde fallen unter das Berufsgeheimnis (die Pflicht, keine anvertrauten oder in der Berufsausübung wahrgenommenen Geheimnisse preiszugeben, geregelt in Art. 321 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs, siehe unten). Prüfen Sie vor dem Einsatz, ob die Software die Sprachaufnahmen zwischenspeichert, wo dies geschieht, und wie lange, bevor daraus Text wird.

So starten Sie

Testen Sie diese Woche die Diktierfunktion an einem einzigen, unkritischen Behandlungstyp, etwa einer Routinekontrolle, bevor Sie sie für alle Fälle nutzen.

5. Antworten auf Google-Bewertungen

Was es macht

Ein Werkzeug liest neu eingehende Google-Bewertungen und schlägt eine passende Antwort vor. Je nach Einstellung schickt es die Antwort direkt ab, oder das Praxisteam gibt sie erst mit einem Klick frei.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine positive Bewertung kommt am Samstagabend herein. Statt bis Montag zu warten, liegt am Sonntag bereits ein Antwortentwurf bereit, den jemand aus dem Team am nächsten Morgen nur noch prüfen und bestätigen muss.

Beispiel-Tools

Praxis-Reputation (praxis-reputation.de): beantwortet laut Anbieter Google-Bewertungen automatisch in über 25 Sprachen, wahlweise vollautomatisch, mit Freigabe durch die Praxis ("Hybrid"), oder rein als Textvorschlag zum manuellen Bearbeiten. Die Verarbeitung erfolgt laut eigener Angabe auf ISO-zertifizierten Servern in der EU, in Helsinki.

Datenschutz

Eine Antwort darf nicht bestätigen oder andeuten, welche Behandlung eine bewertende Person erhalten hat. Bereits die blosse Bestätigung, dass jemand Patientin oder Patient der Praxis ist, kann das Berufsgeheimnis berühren, wenn die Person das nicht selbst öffentlich geschrieben hat. Eine allgemein gehaltene Antwort ist die sicherere Wahl.

So starten Sie

Legen Sie diese Woche fest, wer im Team KI-Antwortentwürfe liest und freigibt, bevor Sie das Werkzeug live schalten.

6. Eine durchsuchbare interne Wissensdatenbank

Was es macht

QM-Handbuch (das schriftliche Qualitätsmanagement-Handbuch der Praxis), Hygienevorschriften und Gerätehandbücher liegen oft verteilt in Ordnern oder als PDF ab. Ein KI-Suchwerkzeug durchsucht diese Dokumente und beantwortet Fragen des Teams in normaler Sprache, mit Verweis auf die passende Stelle im Original.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Eine neue Mitarbeiterin fragt am zweiten Arbeitstag, welches Vorgehen bei der Aufbereitung eines bestimmten Instruments gilt. Statt mehrere Ordner durchzugehen, stellt sie die Frage dem internen Suchwerkzeug und bekommt die passende Stelle im Hygienehandbuch angezeigt.

Beispiel-Tools

Guru (getguru.com): durchsucht laut Anbieter interne Dokumente und liefert KI-gestützte Antworten mit Quellenangabe, eingebunden unter anderem in Slack, Microsoft Teams und den Chrome-Browser.

Datenschutz

QM-Handbuch und Hygienepläne enthalten in der Regel keine Patientendaten. Prüfen Sie trotzdem, wo der Anbieter die Dokumente speichert, bevor Sie interne Unterlagen mit Geschäftsgeheimnissen hochladen, und entfernen Sie allfällige Patientenbeispiele aus Vorlagen, bevor diese hochgeladen werden.

So starten Sie

Laden Sie diese Woche ein einziges Dokument, zum Beispiel den Hygieneplan, probeweise hoch und prüfen Sie, ob die Antworten des Werkzeugs tatsächlich zutreffen.

7. KI-gestützte Röntgenbildanalyse als Zweitmeinung

Was es macht

Eine Software analysiert Röntgenbilder, etwa Einzelbilder oder Panoramaaufnahmen, und markiert auffällige Stellen, zum Beispiel mögliche Anzeichen von Karies oder Knochenabbau, als zusätzlichen Hinweis für die Behandlerin oder den Behandler. Die fachliche Beurteilung und die Diagnose bleiben bei der Zahnärztin oder dem Zahnarzt.

Ein Beispiel aus dem Alltag

Beim Durchsehen einer Panoramaaufnahme markiert die Software eine Stelle, die im ersten Moment leicht übersehen werden könnte. Die Behandlerin schaut sich diese Stelle gezielt noch einmal an und entscheidet selbst, ob eine weitere Abklärung nötig ist.

Beispiel-Tools

Hier nennen wir bewusst kein Produkt. Bei den Anbietern, die wir für diesen Leitfaden geprüft haben, fand sich auf der Website keine klare Angabe, dass ihr Produkt in der Schweiz in Verkehr gebracht werden darf. Fragen Sie deshalb jeden Anbieter direkt nach diesem Nachweis.

Datenschutz

Röntgenbilder sind Gesundheitsdaten im Sinne des Datenschutzgesetzes und unterstehen dem Berufsgeheimnis. Dazu kommt das Medizinprodukterecht: Software ist in der Medizinprodukteverordnung (MepV, SR 812.213) ausdrücklich in der Definition der Medizinprodukte enthalten, und Software, die als Medizinprodukt gilt, unterliegt strengen Anforderungen an Sicherheit und Qualität (Swissmedic, Merkblatt Medical Device Software, Version 3.0, gültig ab 21.04.2026). Klären Sie für den konkreten Anbieter ab, ob das Produkt für die Schweiz zugelassen ist, bevor Sie ein Ergebnis in die Behandlungsdokumentation übernehmen.

So starten Sie

Wenn Sie ein Produkt ins Auge fassen: Fragen Sie den Anbieter zuerst schriftlich nach dem Nachweis, dass es in der Schweiz als Medizinprodukt in Verkehr gebracht werden darf, bevor Sie eine Testphase vereinbaren.

Was Sie nicht tun sollten

Der rechtliche Rahmen in der Schweiz

Diese vier Punkte sind zentral. Sie ersetzen keine rechtliche Beratung im Einzelfall.

Gesundheitsdaten sind "besonders schützenswerte Personendaten". Art. 5 Bst. c des Bundesgesetzes über den Datenschutz (DSG, SR 235.1, seit der Totalrevision auch "revDSG" genannt, in Kraft seit 1. September 2023) zählt Daten über die Gesundheit ausdrücklich zu den besonders schützenswerten Personendaten. Für diese Kategorie gelten strengere Sorgfaltspflichten als für gewöhnliche Personendaten.

Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB. Art. 321 des Schweizerischen Strafgesetzbuchs (StGB, SR 311.0) nennt Zahnärztinnen und Zahnärzte ausdrücklich als Trägerinnen und Träger des Berufsgeheimnisses, zusammen mit ihren Hilfspersonen. Wer ein Geheimnis offenbart, das ihm oder ihr infolge des Berufs anvertraut wurde oder das er oder sie in dessen Ausübung wahrgenommen hat, macht sich auf Antrag strafbar, mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren oder Geldstrafe. Das gilt auch nach Beendigung der Berufsausübung. Gemäss dem Leitfaden zur beruflichen Schweigepflicht des Gesundheitsdepartements des Kantons Basel-Stadt (März 2023) unterliegt bereits "die blosse Tatsache, dass jemand überhaupt Patient einer Gesundheitsfachperson ist", der ärztlichen Schweigepflicht.

Der Datenschutzbeauftragte des Bundes (EDÖB) zu KI. Der EDÖB hat am 9. November 2023 festgehalten, das Datenschutzgesetz sei "technologieneutral formuliert und demzufolge auch auf den Einsatz von KI-gestützten Datenbearbeitungen direkt anwendbar". Es braucht also kein separates KI-Gesetz, damit die bestehenden Pflichten, etwa zu Transparenz und Datensicherheit, für den Einsatz von KI-Werkzeugen in der Praxis gelten. Auf seiner Themenseite zu KI im Alltag hält der EDÖB zusätzlich fest, dass Gesundheitsdaten als besonders schützenswerte Personendaten gelten.

Die SSO. Die Schweizerische Zahnärzte-Gesellschaft SSO behandelt Künstliche Intelligenz als Fortbildungsthema, unter anderem am SSO-Kongress. Eine eigene schriftliche Richtlinie oder Position der SSO zum Einsatz von KI-Werkzeugen in der Praxis liess sich zum Zeitpunkt dieser Recherche (September 2026) auf sso.ch nicht finden. Es lohnt sich, vor der Einführung eines Werkzeugs direkt bei der SSO oder bei einer auf Gesundheitsrecht spezialisierten Anwältin oder einem Anwalt nachzufragen, ob inzwischen eine Position vorliegt.

Der nächste Schritt

Wenn Sie herausfinden möchten, welche dieser Anwendungen für Ihre Praxis konkret sinnvoll sein könnten, gibt es auf mindfulconsulting.ch einen kostenlosen KI-Check, sowie die Möglichkeit, ein kostenloses Erstgespräch zu vereinbaren. Mindful Consulting Giebelhaus ist ein Beratungsunternehmen für KI und Digitalisierung mit Sitz in Zürich, gegründet von Daniel Giebelhaus.

Kostenloser KI-Check: acht kurze Fragen zu Ihrer Praxis, danach drei KI-Hebel mit einem ersten Schritt für diese Woche.

Häufige Fragen

Welche KI-Anwendungen eignen sich für eine Zahnarztpraxis?+
Der Leitfaden stellt sieben Bereiche vor: Telefon- und Chat-Anfragen ausserhalb der Öffnungszeiten, Recall- und Erinnerungsnachrichten, Patienteninformation in einfacher Sprache und Übersetzung, Dokumentation per Diktat, Antworten auf Google-Bewertungen, eine durchsuchbare interne Wissensdatenbank und Röntgenbildanalyse als Zweitmeinung.
Was gilt beim Datenschutz, wenn eine Zahnarztpraxis KI-Werkzeuge einsetzt?+
Gesundheitsdaten zählen nach Art. 5 Bst. c DSG zu den besonders schützenswerten Personendaten, und das Berufsgeheimnis nach Art. 321 StGB gilt für Zahnärztinnen und Zahnärzte ausdrücklich. Der EDÖB hält zudem fest, dass das geltende Datenschutzgesetz direkt auf den Einsatz von KI anwendbar ist.
Braucht eine Praxis eine Bewilligung, um Röntgenbilder mit KI auswerten zu lassen?+
Software, die Röntgenbilder analysiert, kann als Medizinprodukt gelten und unterliegt dann den Anforderungen der Medizinprodukteverordnung (MepV). Fragen Sie jeden Anbieter direkt nach dem Nachweis, dass sein Produkt in der Schweiz in Verkehr gebracht werden darf.
Wie startet eine Zahnarztpraxis am besten mit KI?+
Am einfachsten mit einem einzigen, unkritischen Fall: eine Demo für den Telefonassistenten, ein anonymes Merkblatt zum Testen der Übersetzung, oder die Diktierfunktion bei einer Routinekontrolle. Jede Anwendung im Leitfaden endet mit einem konkreten ersten Schritt für diese Woche.