Wer eine Anwaltskanzlei sucht, kann heute neben Google auch ChatGPT, Perplexity oder die KI-Antworten von Google fragen. Eine Kanzlei kann selbst prüfen, was dort über sie zu lesen ist: Rechtsgebiete, Standort, Kontakt und Sprachen. Ob sie genannt wird, entscheiden die Systeme. Ob eine Massnahme mit den Berufsregeln vereinbar ist, klärt die Kanzlei selbst.
Wie Mandanten heute nach einer Kanzlei suchen
Wer ein rechtliches Anliegen hat, formuliert es oft als Frage: Wer hilft mir bei einem Streit mit dem Vermieter? Welche Kanzlei in meiner Nähe kennt sich mit Erbrecht aus? Früher führte so eine Frage zu einer Liste von Treffern. ChatGPT, Perplexity und die Google AI Overviews antworten dagegen mit einem Text und nennen darin einzelne Kanzleien. Dafür lesen die Systeme je nach Anbieter Seiten aus dem Web und weitere öffentliche Angaben. Die Regeln, nach denen sie auswählen, legen die Anbieter nicht offen.
Sie können deshalb nicht steuern, ob Ihre Kanzlei genannt wird. Sie können aber dafür sorgen, dass Ihre Angaben auffindbar, lesbar und widerspruchsfrei sind.
Fünf Mandantenfragen, die Sie selbst testen können
Stellen Sie die Fragen in zwei oder drei Tools so, wie ein Laie sie formulieren würde. Setzen Sie Ihren Ort und Ihr Rechtsgebiet ein:
- Welche Anwaltskanzlei in Ihrem Ort ist auf Ihr Rechtsgebiet spezialisiert?
- Welche Kanzlei in Ihrer Nähe berät auf Englisch?
- Wo finde ich in Ihrem Ort eine Anwältin für Arbeitsrecht?
- Wie erreiche ich die Kanzlei Ihres Namens, und wo liegt sie?
- Welche Anwaltskanzlei in Ihrem Ort empfiehlst du?
Notieren Sie, ob Ihre Kanzlei genannt wird und ob Adresse, Rechtsgebiete, Sprachen und Kontaktwege stimmen. Falsche oder fehlende Angaben zeigen am deutlichsten, wo die Quelle unklar ist. Das Ergebnis ist eine Momentaufnahme; eine systematische Methode beschreibt der Artikel KI-Sichtbarkeit messen.
Halten Sie jeden Test in einer einfachen Tabelle fest: Datum, Tool, gestellte Frage, Antwort und die Angabe, ob eine Quelle genannt wurde. Mit denselben Fragen nach einigen Wochen sehen Sie, ob sich etwas verändert hat.
Was die Kanzlei verbessern kann
1. Kanzleidaten überall gleich
Kanzleiname, Adresse, Telefon, Sprachen und Rechtsgebiete sollten auf der Website, im Google-Profil und in Verzeichnissen gleich lauten. Fusionen, Umzüge oder Namensänderungen hinterlassen oft alte Einträge, die weiter im Umlauf sind. Prüfen Sie auch, ob die Startseite in einem Satz sagt, wer Sie sind, wofür Sie beraten und wo.
2. Das Google-Profil vollständig führen
Das Google-Unternehmensprofil ist eine zentrale Quelle für Maps und die lokale Suche. Pflegen Sie Kategorien, Öffnungszeiten, Sprachen und aktuelle Fotos. Eine Anleitung finden Sie im Artikel Google Business Profil optimieren, den lokalen Rahmen beschreibt Local SEO in Zürich.
3. Eine Seite pro Rechtsgebiet
Legen Sie für jedes Rechtsgebiet eine eigene Seite an, die zuerst in zwei bis drei Sätzen sagt, worum es geht und für wen die Kanzlei in diesem Gebiet tätig ist. Danach folgen die Fragen, die am Telefon tatsächlich kommen: Wie läuft eine erste Kontaktaufnahme ab? Welche Unterlagen sind hilfreich? In welcher Sprache wird beraten? Beschreiben Sie das Vorgehen der Kanzlei. Rechtliche Auskünfte im Einzelfall gehören nicht auf eine solche Seite.
4. Die Personen sichtbar machen
Eine Kanzlei besteht aus Menschen. Eine eigene Seite pro Anwältin oder Anwalt mit Ausbildung, Rechtsgebieten, Sprachen und Kontakt hilft Lesern und Systemen, die Angaben der richtigen Person zuzuordnen. Schreiben Sie nur auf, was belegt ist, und halten Sie die Angaben aktuell. Wie Systeme Fachpersonen einordnen, erklärt der Artikel Was ist E-E-A-T.
5. Crawler-Zugang und lesbare Seiten
Darf ein Crawler Ihre Seiten nicht abrufen, oder stehen wichtige Angaben nur in einem PDF oder Bild, kann ein System sie nicht lesen. Prüfen Sie die robots.txt, wie im Artikel KI-Crawler steuern beschrieben, und stellen Sie wichtige Angaben als normalen Text auf die Seite.
Wo Sie anfangen
Beginnen Sie bei den Kanzleidaten und dem Google-Profil, denn das kostet wenig und wirkt überall. Danach lohnen sich die Seiten für die zwei oder drei Rechtsgebiete, in denen die Kanzlei hauptsächlich tätig ist. Die Seiten zu den Personen und der Crawler-Zugang lassen sich parallel erledigen.
Berufsregeln und Grenzen
Für Anwältinnen und Anwälte gelten Berufsregeln, auch für die Werbung und die Aussendarstellung. Ob eine Massnahme damit vereinbar ist, klärt die Kanzlei selbst. Dieser Artikel beschreibt, was lesbar und auffindbar ist, und gibt keine rechtliche Auskunft. Und was nicht in Ihrer Hand liegt: Ob und wie oft eine Kanzlei genannt wird, bestimmen die KI-Tools und Suchmaschinen. Das kann seriös niemand versprechen.
Wenn Sie es prüfen lassen möchten
Der Check auf der Seite KI-Sichtbarkeit für Anwaltskanzleien prüft Ihre Website an 18 Punkten. Der Bericht kommt innert zwei Arbeitstagen, und der Check und der Bericht sind kostenlos. Wie die Prüfung für alle Branchen aufgebaut ist, zeigt die allgemeine Seite zur KI-Sichtbarkeit.
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