Für KI-Beratung gibt es keinen Listenpreis. Üblich sind drei Abrechnungsmodelle: ein Projekt zum Festpreis, ein monatlicher Retainer für laufende Begleitung oder eine Abrechnung nach Aufwand. Das unverbindliche Erstgespräch ist bei seriösen Anbietern kostenlos, das eigentliche Angebot folgt erst danach, wenn klar ist, wo Ihr Unternehmen heute steht.
Bevor wir zu den Preismodellen kommen, lohnt sich ein Blick auf die Ausgangsfrage: Was genau soll KI in Ihrem Betrieb übernehmen? Typische erste Anwendungsfälle für ein KMU sind die Sortierung und Vorqualifizierung von E-Mails, die Erstellung von Angeboten und Rechnungen aus Vorlagen, eine durchsuchbare Wissensdatenbank für den Kundenservice oder die Zusammenfassung von Meetings und langen Dokumenten. Je klarer dieser Anwendungsfall umrissen ist, desto genauer lässt sich auch der Aufwand kalkulieren.
Die drei üblichen Preismodelle
Welches Modell passt, hängt weniger von der Grösse Ihres KMU ab als davon, wie klar der Anwendungsfall schon umrissen ist.
Projekt zum Festpreis
Der Umfang steht vorher fest, etwa die Automatisierung eines einzelnen Workflows oder ein Pilotprojekt, das den Nutzen sichtbar macht, bevor grösser investiert wird. Das eignet sich gut für den Einstieg, weil Sie vorher wissen, was Sie erhalten und was es kostet. Der Nachteil: Alles, was während der Umsetzung neu auftaucht, muss nachverhandelt werden.
Monatlicher Retainer
Sie buchen ein festes Kontingent für laufende Begleitung, etwa wenn mehrere Anwendungsfälle nacheinander aufgebaut werden oder ein Team regelmässig Unterstützung bei Tool-Auswahl und Umsetzung braucht. Das passt gut, sobald der erste Anwendungsfall funktioniert und weitere folgen sollen. Achten Sie auf die Kündigungsfrist und darauf, ob ungenutzte Stunden verfallen.
Abrechnung nach Aufwand
Sie zahlen die tatsächlich geleistete Zeit. Das passt, wenn der Umfang zu Beginn wirklich offen ist, etwa bei einer ersten Prozessanalyse, aus der noch keine klare Roadmap besteht. Für den allerersten Schritt ist es selten das günstigste Modell, weil niemand vorher weiss, wo die Rechnung landet. Sinnvoll wird es meist erst, wenn schon eine grobe Richtung feststeht.
Was ein Erstgespräch normalerweise kostet
In der Regel nichts. Ein unverbindliches Erstgespräch dient dazu, Ihre Ausgangslage zu verstehen: welche Prozesse heute Zeit kosten, welche Daten bereits vorhanden sind und wo ein erster Anwendungsfall realistisch Nutzen bringt. Erst danach folgt ein Angebot mit einem konkreten Vorschlag. Das Erstgespräch zur KI-Beratung in Zürich ist so aufgebaut: unverbindlich, ohne Verkaufsdruck, mit einer ersten Einschätzung, wo die grössten Hebel liegen.
Skeptisch sollten Sie werden, wenn im Erstgespräch bereits ein fertiges Paket mit Preis auf dem Tisch liegt, bevor jemand Ihre Prozesse überhaupt gesehen hat. Das ist ein Verkaufsgespräch, keine Beratung. Genauso wenig aussagekräftig ist ein Preis pro Stunde ohne Einordnung, wie viele Stunden ein realistischer erster Schritt überhaupt braucht.
Was den Preis zusätzlich beeinflusst
Neben dem gewählten Modell gibt es vier Faktoren, die den Aufwand für ein KI-Projekt spürbar verändern.
- Integrationstiefe. Ein Chatbot, der eigenständig auf einer Website läuft, ist schneller umgesetzt als eine Lösung, die in Ihr bestehendes CRM oder Ihre Warenwirtschaft eingebunden werden muss. Jede zusätzliche Schnittstelle bedeutet mehr Abstimmung und mehr Testaufwand.
- Datenmenge und -qualität. Saubere, zentral gepflegte Daten lassen sich schneller nutzbar machen als Informationen, die über mehrere Excel-Tabellen, E-Mail-Postfächer und Papierablagen verstreut sind.
- Sprachen und Standorte. Jede zusätzliche Sprache und jeder zusätzliche Standort vervielfacht den Aufwand für Inhalte, Tests und Feinjustierung.
- Regulatorische Anforderungen. In regulierten Branchen, etwa im Finanzsektor, kommen Anforderungen an Governance und Nachvollziehbarkeit hinzu, die den Aufwand erhöhen, aber auch später Ärger ersparen.
Woran Sie ein seriöses Angebot erkennen
Ein brauchbares Angebot kommt nach einer kurzen Analyse, nicht davor. Es benennt den konkreten Anwendungsfall, wer die Umsetzung übernimmt und woran Sie den Erfolg in Wochen oder Monaten messen. Es unterscheidet zwischen einmaligem Aufwand, etwa für die Einrichtung, und laufenden Kosten, etwa für Tool-Lizenzen oder Betreuung.
- Datenqualität und Systemlandschaft. Ein Angebot, das nie fragt, welche Systeme Sie heute nutzen und wie sauber Ihre Daten sind, hat den grössten Kostentreiber übersehen.
- Kein Pauschalpaket ohne Analyse. Zwei Unternehmen mit demselben Ziel brauchen oft unterschiedlich viel Vorarbeit, je nachdem, wie viele Systeme beteiligt sind.
- Klare Trennung von Beratung und Lizenzkosten. Tool-Abonnements laufen oft separat weiter, auch wenn das Beratungsprojekt abgeschlossen ist. Ein seriöses Angebot weist das getrennt aus.
- Ein Pilotprojekt vor der grossen Investition. Wer sofort eine unternehmensweite Strategie verkauft, statt mit einem Anwendungsfall den Nutzen zu zeigen, verkauft eher sich selbst als Ihr Ergebnis.
Nach meiner Erfahrung ist der grösste Preistreiber selten die Technologie selbst, sondern wie viel Vorarbeit ein Unternehmen schon geleistet hat. Ein KMU mit sauberen, zentral gepflegten Daten kommt oft schneller und günstiger zu einem funktionierenden Anwendungsfall als ein grösseres Unternehmen mit gewachsenen, verstreuten Systemen.
Wie Sie das Budget einordnen
Die nützlichere Frage ist nicht, was die Beratung im Monat kostet, sondern wie viel Zeit ein Anwendungsfall heute wirklich bindet und was diese Zeit wert ist. Wenn eine Mitarbeiterin heute mehrere Stunden pro Woche mit dem manuellen Sortieren von Anfragen verbringt, lässt sich daraus ableiten, ab welchem Aufwand sich eine Automatisierung trägt. Diese Rechnung ist ehrlicher als jeder Branchenvergleich, weil sie an Ihrer eigenen Situation ansetzt statt an einer fremden Zahl.
Legen Sie diese Rechnung neben das Angebot, bevor Sie sich für ein Modell entscheiden. Ein Projekt zum Festpreis, das sich innerhalb weniger Monate durch eingesparte Zeit trägt, ist eine andere Entscheidung als ein Retainer, dessen Nutzen erst nach einem Jahr sichtbar wird. Beides kann richtig sein, aber nur, wenn Sie es vorher durchgerechnet haben und nicht erst, wenn die erste Rechnung eintrifft.
Einen Überblick über sinnvolle erste Anwendungsfälle gibt der Artikel KI im KMU, eine strukturierte Vorgehensweise die KI-Strategie in 5 Schritten. Wenn Sie neben der internen Nutzung von KI auch wissen möchten, ob Ihr eigenes Unternehmen in ChatGPT, Perplexity und anderen KI-Suchmaschinen gefunden wird, zeigt der KI-Sichtbarkeits-Check die aktuelle Ausgangslage.
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